Die wichtigen Steueränderungen in 2020
I. Einkommensteuer und Körperschaftsteuer – gemeinsame Vorschriften.
1. Erhöhung der Obergrenze für Umsatzsteuererlöse der kleinen Steuerpflichtigen.
Ab 2020 beträgt die Obergrenze der im Vorjahr realisierten Umsatzsteuererlöse (Ertrag zuzüglich Umsatzsteuer) den Gegenwert des Betrages von 2.000.000 EUR, d.h. 8.747.000 PLN. Die kleinen Steuerpflichtigen können u.a. ihre Einnahmen nach dem Körperschaftsteuersatz (CIT) von 9% besteuern. Dieser Steuersatz gilt für andere Gewinne als Einkünfte aus Kapitalvermögen von Steuerpflichtigen, deren im Steuerjahr erzielte Erträge den Gegenwert des Betrages von 1.200.000 EUR, d.h. 5.109.000 PLN nicht überschritten haben.

2. Einschränkung bei der Anrechnung der Aufwendungen als Betriebsausgaben, wenn das Konto des umsatzsteuerpflichtigen Kunden, auf das diese Aufwendungen überwiesen worden sind, nicht auf der durch das Finanzministerium auf seiner Website geführten Liste (sog. „Weiße Liste“) erfasst ist und der Transaktionswert den Betrag von 15.000 PLN überschreitet.

3. Als Betriebsausgaben dürfen nicht Aufwendungen angesetzt werden, die ohne Anwendung des Mechanismus der getrennten Zahlung überwiesen worden sind und der Transaktionswert den Betrag von 15.000 PLN überschreitet.

4. Steuervorteile für schlechte Schulden.Ähnliche Regelungen wie bei der Umsatzsteuer. Wird die Zahlungsfrist von mehr als 90 Tagen überschritten, so kann der Gläubiger seine Steuerbemessungsgrundlage sinngemäß herabsetzen bzw. den steuerrelevanten Verlust erhöhen. Der säumige Geschäftspartner (Schuldner) hat dagegen seine Steuerbemessungsgrundlage sinngemäß zu erhöhen bzw. den steuerrelevanten Verlust herabzusetzen.

II. Umsatzsteuer:


1. Am 1. November 2019 ist der Mechanismus der getrennten Zahlung eingeführt worden. Gemäß dieser Regelung ist der auf der Rechnung für verkaufte Waren bzw. erbrachte Dienstleistungen, die in der Anlage Nr. 15 zum Umsatzsteuergesetz aufgelistet sind, ausgewiesene Umsatzsteuerbetrag auf das Umsatzsteuer-Zielkonto des Geschäftspartners zu überweisen, soweit der Bruttowert der Transaktion den Betrag von 15.000 überschreitet.

2. Rechnungen für Umsatzsteuerpflichtige aufgrund des Kassenbons. Eine Rechnung wird dem Unternehmer aufgrund eines Kassenbons nur dann ausgestellt, wenn auf diesem Kassenbon die Umsatzsteuernummer des Erwerbes ausgewiesen ist.

3. Nach den neuen Regelungen muss der Erwerber zum Nachweis der innergemeinschaftlichen Lieferung als Voraussetzung für die Anwendung des Umsatzsteuersatzes von 0% dem Lieferanten seine USt-ID-Nr (VAT UE) übergeben und eine richtige zusammenfassende Auskunft vorgelegen. Ab dem 1. Januar 2020 gilt dabei die Vermutung, dass Waren, die Gegenstand der innergemeinschaftlichen Lieferung sind, aus dem Gebiet eines Mitgliedstaates ausgeführt und auf das Gebiet eines anderen Mitgliedstaates verbracht worden sind. Die Modalitäten des Nachweises der innergemeinschaftlichen Lieferung (Art der erforderliche Dokumente) richten sich nach dem Organisator der Warenlieferung.

4. Ab dem 1. Juli 2020 werden alle Steuerpflichtigen die JPK-Datei mit der Umsatzsteuererklärung verschicken. Alle JPK-Daten werden an das Finanzamt im Rahmen einer Sendung verschickt.

III. Abgabenordnung


Überweisung der Umsatz- und Einkommen-/Körperschaftsteuer auf das persönliche Steuerkonto
Jeder Steuerpflichtige wird seine Steuerverbindlichkeiten (darunter die Umsatzsteuer) auf das ihm zugewiesene persönliche Steuerkonto (sog. Mikrokonto) überweisen, dessen Nummer bei jedem Finanzamt erhältlich ist bzw. mit dem auf der Website des Finanzministeriums https://www.podatki.gov.pl/generator-mikrorachunku-podatkowego/ verfügbarem Generator mit der Eingabe folgender Daten abgerufen werden kann:

PESEL-Nummer, wenn der Steuerpflichtige natürliche Person ist und:
    • keine gewerbliche Tätigkeit betreibt oder
    • nicht als Umsatzsteuerpflichtiger eingetragen ist;
NIP-Nummer, wenn der Steuerpflichtige:
  • eine gewerbliche Tätigkeit betreibt oder als Umsatzsteuerpflichtiger eingetragen ist, oder
  • Zahler von Steuern und Beiträgen für Sozial- und/oder Krankenversicherung ist.

 

IV. Arbeitsrecht
 
Erhöhung des Mindestlohns: Der Mindestlohn und der Mindeststundensatz sind mit der Wirkung ab dem 1. Januar 2020 erhöht worden. Der Mindestlohn eines Vollzeitmitarbeiters beträgt jetzt 2.600 PLN und der Mindeststundensatz 17 PLN.
 
V. Sonstige Vorschriften
 
Anmeldung zum Zentralregister der Wirtschaftlichen Eigentümer – bis zum 13. April 2020

Die meisten Handelsgesellschaften sind dazu verpflichtet, die Informationen über ihre wirtschaftlichen Eigentümer im Zentralregister der Wirtschaftlichen Eigentümer (CRBR) offenzulegen. Dieser Register wird seit dem 13. Oktober 2019 als ITK-System betrieben.

In der Anmeldung zum Register haben die Gesellschaften ihre wirtschaftlichen Eigentümer und nicht die Kunden anzugeben. Ein wirtschaftlicher Eigentümer der Gesellschaft sind eine oder mehrere natürliche Personen,
  • die aufgrund der Befugnisse, die sich aus der Rechts- und Sachlage ergeben und einen entscheidenden Einfluss auf die Geschäfte und Handlungen der Gesellschaft ermöglichen, eine direkte oder indirekte Herrschaft über die Gesellschaft ausüben,
  • in deren Namen Geschäftsbeziehungen angeknüpft oder gelegentliche Geschäfte abgeschlossen werden.
Die Anmeldung ist unentgeltlich. Sie muss über die Website https://www.podatki.gov.pl/crbr/ erfolgen. Für diese Anmeldung sind keine Formulare in elektronischer bzw. Papierform vorgesehen.

 

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